Historie | SC Buer-Hassel 1919 e.V.
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Historie

Über 100 Jahre Vereinsgeschichte im Überblick.

Chronik

Die über hundertjährige Geschichte des SC Buer-Hassel 1919 e.V. Es ist nicht möglich, über einen Zeitraum von 100 Jahren alle Personen und Mannschaften zu erfassen, die in dieser Zeit für unseren Verein tätig waren. Aber ohne diese vielen Menschen, die sich ehrenamtlich, aus Spaß am Vereinsleben oder an der Jugendarbeit engagierten, wäre es nicht möglich gewesen, einen Verein am Leben zu halten. Im Moment (2019) haben wir rund 200 Abwanderungen und Aufnahmen pro Jahr zu verzeichnen. Hochgerechnet ergibt das 20.000 Personen, die seit der Vereinsgründung mit dem SC Hassel 1919 e.V. in Kontakt gekommen sind. Spaß, Freude, aber auch Schicksalsschläge: All das war mit Sicherheit dabei. Wir beschränken uns in unserer Chronik auf markante Ereignisse in diesen 100 Jahren. Auch ein Fußballverein hat bis zur Gründung eine Vorgeschichte. Die vom SC Hassel begann mit der Industrialisierung. Der heutige Ortsteil Hassel bestand um das Jahr 1900 aus ein paar Bauernhöfen. 1874 In diesem Jahr werden die ersten Schürfrechte für das Steinkohlenbergwerk Bergmannsglück vergeben. Sie liegen in der Nähe des alten Adelssitzes Haus Uhlenbrock, der in dieser Zeit der Familie Vittinghoff-Schell gehört. 1902 Der Preußische Staat erwirbt das Steinkohlebergwerk Bergmannsglück. 1903 Abteufung von Schacht I des Bergwerks Bergmannsglück. Gleichzeitig werden für die Bergarbeiter die ersten 267 Wohnungen an der Mühlen- und Dorstener Straße gebaut. Diese werden auch als „Alte Kolonie“ bzw. „Löchterkolonie“ bezeichnet. 1904 Die Abteufung von Schacht II auf Bergmannsglück beginnt. Auf der Uhlenbrockstraße entstehen Beamtenwohnungen. 1905 Auf der Zeche Bergmannsglück wird mit der Förderung begonnen. Die „Königliche Berginspektion III Buer“ wird an der Uhlenbrockstraße errichtet. 1908 Abteufung von Schacht II auf dem Bergwerk Westerholt. Die Arbeiterkolonien an der Valentinstraße, Marler Straße, Geschwisterstraße und Meisterweg entstehen. 1909 Das erste Schulgebäude (eine Baracke) entsteht an der Polsumer Straße nördlich der Zechenbahn. Die Häuser an der Niefeld- und Velsenstraße sowie an den Nebenstraßen („Alte Kolonie“) werden gebaut. 1910 Eröffnung der katholischen Volksschule an der Michaelstraße. 1911 Eine katholische Notkirche wird an der Valentinstraße errichtet, auf dem Gelände des Bauern Nachbarschulte-Otto. Das Rektorat Hassel wird gegründet. Kaplan Franz Effing aus Bocholt wird als Rektor berufen. Baubeginn der evangelischen Volksschule an der Mährfeldstraße und der Kokerei Westerholt. 1912 Fertigstellung der Volksschule an der Mährfeldstraße. Baubeginn des Gaskraftwerks Bergmannsglück. 1913 Das Gaskraftwerk Bergmannsglück wird fertiggestellt. Einweihung des evangelischen Kirchsaals an der Oberfeldinger Straße gegenüber dem Marktplatz. 1914 Fertigstellung der Kokerei Westerholt. 1915 Baubeginn der katholischen Kirche St. Michael an der Valentinstraße und der Siedlung „Am Bahnwinkel“. 1916 Bedingt durch den Ersten Weltkrieg herrscht Männermangel. In den Kokereien Westerholt und Bergmannsglück werden daher auch Frauen eingesetzt. Damit war in Hassel zum Leben alles vorhanden: Schulen, Kirchen, Wohnungen und vor allem Arbeit in den Bergwerken. Was fehlte, war ein Sportverein. 1919 Im Juli gründen 18 Männer in der Gaststätte Heihoff an der Polsumer Straße den „Ballspielverein Hassel“: Gustav Doge, Karl Maletzki, Paul Gollny, Otto Michaelis, Bernhard Liese, Karl Haib, Heini Pöppel, Karl Letmathe, Franz Letmathe, Karl Raffelt, Ewald Maletzki, Heini Kienold, Hermann Michaelis, Willi Jacobs. Außerdem Karl Magosch, Willi Reuter, Johann Maletzki und Josef Sabellek, die in den Vorstand gewählt werden. Ein Fußball kostet zu dieser Zeit 11 Mark, viel Geld, das zusammen gespart werden muss. Auch Trikots müssen her, und Not macht erfinderisch: Die erste Vereinskluft bilden gespendete Marineblusen. Das Bergwerk Bergmannsglück stellt ein Grundstück an der Pestalozzi-Wiese im Hasseler Grund für den Spiel- und Trainingsbetrieb zur Verfügung. Im gleichen Jahr wird der Ballspielverein Hassel in den „Freien Emschertal-Spielverband“ aufgenommen. Die 2. Mannschaft wird gemeldet, dazu zwei Jugendmannschaften. Der Verein wird in „Sport-Club Buer-Hassel 1919“ umbenannt. Gespielt wird nun auf dem neu erworbenen Sportplatz in Löchter, einem unebenen Wiesengelände ohne jegliche Einfriedung. 1920 Der Sportplatz an der Beckmannswiese wird in Betrieb genommen. In diesem Jahr wird auch der Antrag für die Aufnahme in den WSV (Westdeutscher Spiel-Verband) gestellt. Dafür müssen unter Aufsicht vier Probespiele auswärts erfolgreich absolviert werden. Im ersten Spiel wird die bis dahin unbesiegte Reservemannschaft des SV Erle 08 mit 1:3 geschlagen. Das zweite Spiel wird gegen die 1. Mannschaft von TuS Horst-Emscher mit 0:6 gewonnen. Mit dem gleichen Ergebnis trennt man sich auch vom TuS Hessler 06. Das vierte Spiel geht beim S.u.S. Beckhausen 05 mit 4:2 verloren. Der Ballspielverein Hassel wird in den WSV (C-Klasse) aufgenommen. Johann Schymurra wird zum neuen Vorsitzenden gewählt. 1921 Ein neues Sportgelände wird bei Büning an der Polsumer Straße angemietet. Zu Ostern geht ein Freundschaftsspiel gegen Berlin-Lichterfelde mit 0:1 verloren. Der Betriebshof Buer (Straßenbahndepot) wird gebaut, um das Liniennetz der „Vestischen Kleinbahnen GmbH“ zu erweitern. 1922 Aufstieg in die B-Klasse. Die Polizei sperrt jedoch den im Vorjahr angemieteten Platz. Der Grund: Gefährdung des Straßenbahnverkehrs, weil die Bälle bis auf die angrenzende Polsumer Straße fliegen. So wird ein neuer, eher schlechter als rechter Platz hinter der Gaststätte Heihoff gepachtet. Die Siedlung „Am Schlagbaum“ entsteht. 1923 Umzug zum Katharinawäldchen. Viel Arbeit ist nötig, um diesen mitten im Wald liegenden Sportplatz für die kommenden Pflichtspiele fertigzustellen. Der Platz hat entgegen späterer Zeit eine Nord-Süd-Ausrichtung. Der Westdeutsche Fußballverband wird neu strukturiert, was das Entscheidungsspiel Beckhausen 05 gegen SC Buer-Hassel notwendig macht. Es findet in Horst auf neutralem Boden statt. Tausende Zuschauer wollen unter sengender Sommersonne dabei sein. Alfred Latza schießt in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 5:4 für den SC Hassel. Damit ist der Aufstieg in die A-Klasse geschafft, erstmals in der noch jungen Vereinsgeschichte. Eine Anekdote aus dieser Zeit: Damals sind die Spieler zu Fuß zu einem Turnier nach Holsterhausen gelaufen, haben dort zwei Spiele mit jeweils 1:0 gewonnen und sind danach wieder per pedes nach Hause zurückgekehrt. 1924 Der Sportclub steigt ab. Zu viele junge Spieler hatte man zuvor an Nachbarvereine abgeben müssen. Es sind schwierige Jahre, mit einem inflationsbedingten „Beinahe-Ruin“. 1929 Trotz Wirtschaftskrise wird der Verein erfolgreich weitergeführt. Auf der Zeche Bergmannsglück wird nur einschichtig gefördert, die werkseigene Kokerei fällt der Rationalisierung zum Opfer. Bau der Siedlung „Am Spinnstuhl“ (Neu Bethlehem). 1933 Am 6. Januar wird Erich Lampret zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der „Arbeitsdienst“ errichtet die Kleingartenanlage „Wilhelmsruh“. 1934 Aufstieg in die Bezirksliga. Fritz Liese, Emil Pawellek und Erich Stange werden zu Auswahllehrgängen unter Leitung des späteren Weltmeister-Trainers Sepp Herberger berufen. 1937 Die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland beeinflusst auch den Sportbetrieb. So wird der SC Hassel praktisch gezwungen, mit dem Werksportverein Bergmannsglück zu fusionieren. Auf diese Weise soll der immer stärker werdenden Abwanderung von Spielern in die Werkssportvereine begegnet werden. Abstieg in die Kreisklasse. 1938 Aufstieg in die Bezirksklasse. 1941 Immer mehr Spieler stehen an der Front. In sportlicher Hinsicht kann man den Abstieg in die Bezirksklasse nicht verhindern, obwohl das Mannschaftsgefüge gut ist. 1942 Die meisten Aktiven müssen nun an der Heimatfront schuften. Kohle und Stahl sind Garanten für die Kriegsführung. Albert Speer wird Leiter der „Zentralen Planung“ und damit oberster Rüstungsorganisator. Er stellt Deutschlands gesamte Wirtschaft in den Dienst der Kriegsrüstung. Bergmannsglück förderte mit 3.060 Bergleuten 1,25 Millionen Tonnen Steinkohle. Das ist die höchste Fördermenge in der Geschichte der Schachtanlage. Die Trennung vom Werkssportverein Bergmannsglück wird vollzogen. Schacht I am geplanten Bergwerk Polsum wird abgeteuft. 1943 Aufstieg in die Bezirksklasse. 1944 Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Gauklasse. 1945 Neben dem VfL Bochum 1848, dem FC Schalke 04, dem SV Herne, der SpVgg. Erkenschwick, Alemannia Gelsenkirchen und der SG Wattenscheid 09 ist der SC Hassel einer der letzten Vereine, der den Spielbetrieb einstellt. 1946 Nachdem im Krieg vieles zerstört worden ist, trägt unsere 1. Mannschaft als eine der ersten im Raum Buer ihre Freundschaftsspiele auf Bottroper Gebiet aus. Später erhält man die Genehmigung, wieder auf Gelsenkirchener Gebiet zu spielen. Unsere 1. Mannschaft erringt die Stadtmeisterschaft. 1947 Der neu gegründete „Fußballverband Nordrhein-Westfalen“ nimmt die neue Klasseneinteilung vor, der SC Buer-Hassel wird trotz Protesten in die C-Liga eingestuft. Trainer Heßmann wird verpflichtet. 1948 Trainer Luxen wird verpflichtet. 1949 Das 30-jährige Bestehen des Vereins wird gefeiert. Die Gruppenmeisterschaft und die Aufstiegsrundenmeisterschaft werden gewonnen. Aufstieg in die Landesliga. 1950 Mit dem neuen Trainer Thelen gelingt der Aufstieg in die Verbandsliga. 1954 Aufstieg in die höchste Amateurliga. 1957 Bernd Wischmeier wird Trainer, Aufstieg in die Verbandsliga. 1958 Abstieg in die Landesliga. 1959 40-Jahr-Feier unseres Vereins, Aufstieg in die Verbandsliga. 1968 Aufstieg in die Landesliga, Gewinn des „Buerschen Wanderpokals“. 1969 Passend zum 50. Vereinsjubiläum wird die 1. Mannschaft Meister der Landesliga und steigt in die Verbandsliga auf. 1970 Die Tischtennisabteilung wird gegründet. Damit ist der Grundstein für den Mehrspartensportverein gelegt. 1973 Die 1. Mannschaft spielt eine außergewöhnlich starke Saison und erreicht als Zweiter der Verbandsliga die Teilnahme an weiteren Entscheidungsspielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft. 1977 Der Rasenplatz mit Tribüne und Nebengebäuden wird offiziell seiner Bestimmung übergeben. 1978 Am 1. Januar zählt der Verein 960 Mitglieder. 1980 Herbert Wischnewski legt den Grundstein für unsere erfolgreiche Jugendarbeit. Am 6. November wird mit Kurt Nanko das 1000. Vereinsmitglied begrüßt. 1984 Aufstieg in die Verbandsliga, Wahl zur Mannschaft des Jahres in Gelsenkirchen. 1987 Die 1. Fußballmannschaft steigt in die Amateuroberliga auf. Die C-Jugend wird Westdeutscher Meister gegen den 1. FC Köln. 1990 Anfang des Jahres wird erstmals die „Grün-Weiße Nacht“ veranstaltet. 1994 Der Verein zählt 1.750 Mitglieder und feiert sein 75-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. 1999 Zwei Spieltage vor Saisonende steht der SC Hassel als Aufsteiger in die Verbandsliga fest. 2001 Fünf Spieltage vor Saisonende steht der SC Hassel als Aufsteiger in die Oberliga fest. In der Sommerpause wird die Tribüne renoviert. 2003 Die A-Jugend steigt in die Westfalenliga auf. 2004 Der SC Hassel wird Fußballstadtmeister. 2005 Uwe Martin tritt aus gesundheitlichen Gründen als 1. Vorsitzender zurück. Die erste Fußballmannschaft steigt leider in die Verbandsliga ab. 2006 Der 2. Mannschaft gelingt mit 23 Siegen der Aufstieg in die Kreisliga B. Am 3. Juni wird das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren am Lüttinghof ausgetragen. 2008 Thomas Klasmann wird zum neuen Vorsitzenden gewählt. 2009 Die Mädchenmannschaften U13 und U15 werden ins Leben gerufen. 2012 Die 1. Mannschaft spielt dank einer sehr guten Saison wieder in der Westfalenliga. 2016 Nach einem erfolgreichen Durchmarsch in der Westfalenliga steigt unsere 1. Seniorenmannschaft in die Oberliga auf. 2017 Jörg Böving wird neuer Abteilungsleiter, Jörg Giller Geschäftsführer. Im November muss die 1. Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen werden. 2018 Im Juni wird der lang ersehnte Kunstrasen eingeweiht. Zusätzlich geht eine neue 3. Mannschaft an den Start. 2019 Die 1. Seniorenmannschaft beendet die Saison 2018/2019 auf dem 3. Tabellenplatz in der Bezirksliga. Zum 100-jährigen Bestehen wird die Traditionsmannschaft des FC Schalke 04 eingeladen. Am 01.04.2019 startet außerdem die neu gegründete Abteilung SC Buer-Hassel 1919 Kampfkunst. 2020 Erstmalig im neuen Jahrtausend wird eine laufende Saison aufgrund einer Pandemie abgebrochen. Covid-19 bzw. das Coronavirus legt innerhalb weniger Wochen die ganze Welt lahm, auch die des SC Hassel. Seit Mitte des Jahres können die meisten Sportarten den Spielbetrieb unter Auflagen wieder aufnehmen.